Der BOPP 2018

Für den diesjährigen BOPP hatten sich folgende Projekte beworben.

  • Das Seniorentheater Odenthal mit dem Stück „Das ABC des Lebens“
  • Der KonzertChor Bergisch Gladbach mit dem Konzert „Requiem fort he Living“
  • Das THEAS Theater mit dem Einpersonenstück von Claudia Timpener „Degustationsempfehlung für das Leben“
  • Der Förderverein des Bergischen Museums mit der Sonderausstellung „Buntmetalle Deutschlands unter besonderer Berücksichtigung des Bensberger Erzreviers“
  • Tvinart David und Tobias Göttfert mit dem Musical „ab auf die Bühne“ im Rahmen der Kulturstrolche NRW
  • TheaterWeltenErschaffen mit den beiden Produktionen „Die Irren von Chaillot“ und „Astoria“
  • Das Fotokunstprojekt mit Azubis zur Altenpflegekraft „Die Würde des Menschen – unanstastbar !?!

Am 8. Mai tagte die Jury (Dorothea Corts, David Heitmann, Heinrich Mehring und die Mitglieder des Vorstands), um den diesjährigen Preisträger zu küren. Nach einer langen und intensiven, teils kontroversen Diskussion fiel das Votum auf das Konzert „Requiem for the Living“, dargeboten vom KonzertChor Bergisch Gladbach, der am 10. März 2018 das Requiem in der Gronauer St. Marienkirche als Bergisch Gladbacher Erstaufführung zu Gehör brachte, nachdem es zuvor in vier Jahren weltweit über 100 Mal aufgeführt wurde. In diesem Requiem werden Schmerz und Trauer der Lebenden in den Mittelpunkt des Werkes gestellt, die Vielfalt an Rhythmen und Harmonien beeindruckt nachhaltig und vermittelt Schmerz und Trauer, bevor die letzte Sequenz des Werkes Hoffnung und ewige Seeligkeit verheißt.

Am 21. Mai 2017 fand im Gemeindesaal der Andreaskirche Schildgen die diesjährige BOPP Verleihung statt.

Die Preisverleihung wurde eröffnet mit dem Grußwort von Herrn Josef Willnecker, dem ersten stellvertretenden Bürgermeister sowie Live – Musik des letztjährigen Preisträgers und einer Einführung des Projekts durch Frau Sabine Gresser – Ritter.

Anschließend hielt der Vorsitzende die Laudatio. Er begann mit einigen einleitenden Gedanken zum mehrdeutigen Begriff „Chor“. Neben Architektur und Theater leitete er über zur Musik und gab den diesjährigen Preisträger, den KonzertChor Bergisch Gladbach, bekannt. Dann begründete er die Entscheidung der Jury:

Neben diesem „Requiem for the Living“ wurde das spektakuläre Programm – so der Kölner Stadtanzeiger in seiner Berichterstattung vom 13.03.2018 – ergänzt durch „Jesu meine Freude“, dem Eingangschoral aus der gleichnamigen Trauermottete von Johann Sebastian Bach, und dem Choral „Was Gott tut, das ist wohlgetan“ – einmal in einer fassung von Dan Forrest und einmal von Johann Sebastian Bach. Darüber hinaus waren rein instrumentale Werke zu hören, die jeweils auf ihre Art die Endlichkeit, Trauer Erinnerung an Verstorbene und die Sehnsucht nach Frieden umkreisten.

Im Mittelpunkt stand das Requiem für die Lebenden des 40 – jährigen Dan Forrest, dazu sein Choral „What God ordains, is always good“, der mit Bachs „Was Gott tut, das ist wohlgetan“ korrespondierte. Es ging also um die Trauer und um den Schmerz, den die Hinterbliebenen verspüren, und nicht so sehr darum, dass der Tote vor einen gnädigen Gott tritt, ansonsten ein zentrales Anliegen in Totenmessen. So hatte der Konzertchor das Programm als Einheit konzipiert.

Über das Ende des Passionskonzerts schreibt Christoph Konkulewski: „Ein Moment, der Endorphine freisetzt und zeigt, was gute Musik alles kann.“

Und so ist der diesjährige Preisträger der KonzertChor Bergisch Gladbach, ein Chor mit langer Geschichte und einer engen Verbindung zu Bergisch Gladbach und seinem Kulturleben. Seine Ursprünge gehen auf die Gründung eines Mädchenchors durch die Unternehmerin und Kunstmäzenin Maria Zanders im Jahre 1885 zurück, aus dem dann 1892 nach Zusammenschluss mit einem Männergesangverein der gemischte Cäcilienchor hervorging. 1989 gab sich der Chor den Namen Chorgemeinschaft Zanders Bergisch Gladbach. 2013 kam es zu einer Neuorientierung in Bezug auf Repertoire und Organisation, die auch in einem neuen Namen ihren Ausdruck finden sollte: KonzertChor Bergisch Gladbach e.V.

Die Preisverleihung endete mit der Übergabe des BOPP an Frau Sonja Condon, die Vorsitzende des KonzertChor Bergisch Gladbach e.V.

Bilder: Heinrich Mehring
Text: Dr. Lothar Speer