Multimediale Lichtinstallation von Kane Kampmann

Pfarrkirche Herz Jesu, Altenberger-Dom-Straße 140, 51467 Bergisch Gladbach.

Freitag, 20. und Samstag, 21. März 2020, 20-24 Uhr / Sonntag, 22. März 2020, 19-23 Uhr. Weitere Informationen finden Sie in unserem Veranstaltungskalender.

Der Eintritt ist frei – gerne Spenden!

Anlässlich des 100. Geburtstages des weltbekannten Architekten und Kirchenbaumeisters Gottfried Böhm am 23.1.2020 wird die kath. Pfarrkirche Herz Jesu in einem besonderen Licht erstrahlen.
Mit der multimedialen Lichtinstallation „OKZIDENT TRIFFT ORIENT – ARCHITEKTUR IN LICHT“ verwandelt die Künstlerin Kane Kampmann die Kirche an drei Nächten in einen Raum für Imagination und Begegnung von Menschen unterschiedlicher Religionen, Kulturen und Generationen.
Architektur und Licht, Licht und Architektur verschmelzen miteinander.

Natürliche Projektionen, bei denen vorhandene Strukturen wie die filigrane Ornamentik der Glasfenster in den Raum projiziert werden, überlagern sich mit symbolischen Motiven aus verschiedenen Religionen und Kulturen, Kalligrafien und geometrischen Formen. Alle Projektionen werden analog von Hand gesteuert. Dabei verschmelzen die den Raum erfüllenden Lichtbilder mit einem live gespielten Klangteppich aus Motiven westlicher und östlicher Musik.

Die dritte Nacht am Sonntag, den 22. März, wird musikalisch von Vertretern verschiedener Jugendgruppen gestaltet. Mit dem Musiker und Komponisten B. Vilas Pomp erarbeiten sie Kompositionen auf elektronischer Basis und verwandeln den Kirchenraum in eine „Weltraumlounge“.

Während des Wochenendes werden keine Bänke im Kirchenraum sein. Dadurch ergibt sich ein neuer Raumeindruck und eine besondere Atmosphäre. Die Besucher können sich frei im Raum bewegen, umherwandeln oder auf dem Boden Platz nehmen und den Raum so völlig neu erfahren.

Bei kleinen Leckereien und Getränken wird es im benachbarten Pfarrsaal, der Vorgängerkirche, an den 3 Abenden Möglichkeiten der Begegnung, des Gesprächs und Austausches in ungezwungener und gemütlicher Atmosphäre geben.
Den gestalterisch passenden Rahmen des Pfarrsaals schafft eine Fotoausstellung mit historischen Bildern aus der Bauphase der „Böhm-Kirche“ Herz Jesu.

Gottfried Böhm und die Herz Jesu Kirche
Aus der großen Zahl der bedeutenden Kirchen und Sakralbauten Gottfried Böhms zählt die Herz Jesu Kirche als eine der ersten nach Büroübernahme von seinem Vater Dominikus 1955 heute noch immer zu seinen herausragenden Kirchenbauten – Planung Ende der 1950er-Jahre, Einweihung 1960.
Sie gilt als eines der bekanntesten Beispiele aus seiner Serie von „sakralen Hofhäusern“, bei denen die eigentlichen Kirchengebäude hinter hohen Mauern verborgen liegen.

Die äußere Geschlossenheit, die wie Bekrönungen von Minaretten aufragenden schlanken Kegeldächer, die ornamentale Gestaltung sowie der schlichte Innenraum der Herz Jesu Kirche erwecken den Eindruck orientalischer Architektur. Im Volksmund wird sie daher auch schon mal „Moschee von Schildgen“ genannt. Mit ihren hinter der Mauer verborgen Höfen erinnert die katholische Pfarrkirche außerdem an den im Alten Testament genannten Tempel von Jerusalem.
Jerusalem, Schmelztiegel von Kulturen und Religionen, ein Ort zwischen Abendland und Morgenland, Okzident und Orient – Menschen begegnen sich.

Diese in der Architektur aufscheinenden Gegensätze sind Ausgangspunkt der multimedialen Lichtinstallation „OKZIDENT TRIFFT ORIENT“ von Kane Kampmann. Sie interpretiert die einzigartige Architektur von Gottfried Böhm als Gesamtkunstwerk und greift dabei sowohl formale als auch inhaltliche Aspekte auf.

Gottfried Böhm, der 1986 als erster Deutscher den Pritzker-Architekturpreis („Nobelpreis der Architektur“) erhielt, sagte kürzlich über die Herz Jesu Kirche in Schildgen: „Sie ist mir eine der liebsten. Ich habe viele andere Dinge gebaut, die mich nicht so faszinieren“. Mit ihrer Lichtinstallation unterstreicht Kane Kampmann die Magie dieser außergewöhnlichen Architektur.

Jeder ist eingeladen, sich einzulassen auf die besondere Atmosphäre und den Zauber des Raumes.
Architektur, Licht und Musik bilden einen Rahmen, den Kirchenraum neu und ganz anders als gewohnt wahrzunehmen.

Ein Projekt der Pfarrgemeinde Herz Jesu in Kooperation mit dem Himmel un Ääd Begegnungscafé.


Biografie Kane Kampmann
Planung und Ausführung der Illumination liegen in Händen der Künstlerin Kane Kampmann, die mit ihrer Lichtinstallation „ Das Paradies ist anderswo“  in drei Kölner Innenstadtkirchen an 6 Abenden fast 9.000 vorwiegend junge Menschen faszinierte. Auch hat sie unter anderem an der Planung der Innengestaltung der Kölner Zentralmoschee mitgearbeitet.

Seit 1981 lebt und arbeitet sie als Künstlerin in Köln. Während und nach dem Studium der Freien Malerei an der Werkkunstschule Köln entwirft sie Plakate, Wandbilder, Kostüme. Sie ist als Bühnen- und Szenenbildnerin für Theater, Film und verschiedene Fernsehsender tätig.
Seit 1985 in ihrer eigenen Firma für Großbildprojektionen als Creative Director verantwortlich für die Umsetzung unterschiedlichster nationaler sowie internationaler Projekte, darunter „50 Jahre NRW“ im Ehrenhof Düsseldorf (1996), IBA – Internationale Bauausstellung – Finale/Zeche Zollverein Essen (1999), EXPO 2000, Eröffnung der neuen Bibliothek in Alexandria/Ägypten (2002).
Im Laufe der Jahre entwickelte sich ihre besondere Vorstellungskraft für die Wirkung von Formen, Farben und Licht in großen Dimensionen.

Kane Kampmanns künstlerisches Anliegen ist es, Gemeinsamkeiten, tiefliegende Bedürfnisse und den spirituellen Hintergrund menschlicher Gesellschaften, Kulturen und des Einzelnen zu ergründen – egal, in welchen Lebensräumen und Zeiträumen sie sich befinden. Mit der universellen Sprache der Kunst möchte sie Menschen unterschiedlicher Kulturen, Generationen und Religionen ansprechen und an einem Ort (oder anderswo) zusammenführen. www.kane.de

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